Station 8 Mühle Gehring


Hier oben auf der Bleeke, rund 154 Meter hoch, haben die Gehrings 1858 eine Windmühle errichtet im Stil einer Holländerwindmühle. Im Laufe der Jahre kam ein weiteres größeres Betriebsgebäude dazu. Es wurde mit Futtermittel gehandelt, das geerntete Getreide wurde getrocknet und natürlich wurden auch Schrot und Mehl gemahlen. Auf kürzesten Weg kam das zu den nahen Verwandten nach Wefing in die Bäckerei, und so wurde ein Schuh draus, oder besser ein Brot.

Ein in den Windmühlenstumpf der Mühle Gehring in Häger eingelassener Sandstein trägt die Inschrift: Johann Friedrich Gehring und dessen Ehefrau Friederike Wilhelmine Gassel – Anno 1858“.

Johann Friedrich Gehring baute also gemeinsam mit seiner zweiten, wohl aus Schildesche stammenden, Ehefrau, als gelernter Spinnradmacher die Windmühle im Stil einer Holländerwindmühle. Der Kopf, an dem die Flügel angebracht waren, war auf Rollen gelagert und komplett drehbar. Die Flügel reichten bis 1,50 Meter über den Erdbogen. An der „Rückseite“ war ein Schwengel befestigt, der ebenfalls bis fast auf den Boden reichte. Damit musste man mit eigener Kraft den Kopf drehen. So konnten die Flügel mit dem Kopf immer in den Wind gedreht werden.

Es fehlte damals an Mühlen. Die nächste Wassermühle war drei Kilometer entfernt. Die Windmühle wurde 22 Jahre später zum Schicksal ihres Erbauers. Die Windmühle hatte zwei gegenüber liegende Ein- bzw. Ausgänge, so dass man immer sicher hinein und heraus konnte. Der Mühlenbesitzer wählte den falschen und wurde vom Flügel erfasst und zu Boden geschleudert. Er erlag nach kurzer Zeit den Verletzungen und verstarb am 28.09.1880.

Sein Sohn Friedrich führte den Betrieb weiter, der inzwischen mit zwei Schrot- und zwei Feinmehlgängen ausgestattet war. Weil die Windkraft nicht zuverlässig und oft nicht ausreichend war, baute man 1886 in einem Nebengebäude eine Dampflokomobile ein. Drohte Windstille, musste vier Stunden eingeheizt werden, und dann konnte die Mühle über einen unterirdischen Kardantunnel mit Dampf angetrieben werden. Ärgerlich, wenn nach vier Stunden der Wind wieder einsetzte.


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Die Landwehr und der Hof Borgstedt

Den Weg „Zur Landwehr“ Richtung Jöllenbeck weiter befindet sich nach rd. 900 Metern jetzt der Hof Schwanhold. Der Vorläufer des Hofes war der Hof Borgstedt, der aber auf der anderen Seite des Weges lag. Der Name lässt auch wieder auf eine Nahe Befestigung schließen. Der ganze Weg, der früher Münsterweg hieß, nahm am Hof und im Siek einen ganz anderen Verlauf, kam aber oben im Nagelholz wieder auf die jetzige Wegstrecke zurück.Münsterweg“, weil die anliegenden Bewohner im Mittelalter ihre Abgaben an das Kloster St. Mauritz vor den Toren Münsters entrichten mussten.

Die Straße “Zur Landwehr” hat ihren Namen durch die Vermutung, dass der Weg hinter dem Hof Schwanhold die örtliche Landwehr durchquerte. Mit etwas Phantasie ist der Verlauf der Landwehr streckenweise noch nachvollziehbar, wissenschaftliche Belege gibt aber wohl eher wenige.Ob die Wälle an Schwanholds Brink nicht doch eine andere Funktion hatten, ist nicht endgültig geklärt. Der Weg verlief früher jedenfalls um mehrere hundert Meter anders.

Weitere Daten:
1938 Eintrag: Häger Hausnummer 5, Schwanhold gt. Borgstedt, Paul, Bauer, Johanne, Ehefrau, Hanna, Haustochter, Hermann, Landwirt.


Nie realisiert: Regionalflughafen Nagelsholz

Ab den 1960er- bis in die 1980er-Jahre wurden Bestrebungen unternommen, hier einen Regionalflughafen für Ostwestfalen-Lippe zu bauen. Die Planungen für den Flughafen begannen im März 1960 mit einer Konferenz der damaligen Landkreise Bielefeld und Detmold, der IHK Bielefeld und der IHK Detmold. Es wurde nach geeigneten Standorten gesucht, heraus kam das Nagelsholz auf dem Stadtgebiet von Bielefeld und den damaligen Gemeinden Lenzinghausen, heute Stadtteil von Spenge, und Häger, heute Ortsteil von Werther. 1970 wurde die Genehmigung für Bau und Betrieb des Flughafens durch den zuständigen Landesminister erteilt. Dagegen klagte die Stadt Spenge. 1973 wurden Teilflächen von Spenge und Werther in das Gebiet in die Stadt Bielefeld umgemeindet, jedoch nach dem endgültigen Scheitern der Planungen im Laufe des Jahres 1980 am 1. Juli 1982 wieder an die abgebenden Städte zurückgegeben. Zum Glück für Häger wurde der Regionalflughafen wurde nie gebaut


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