Dorfrundgang Häger mit 23 Stationen

Anmerkung: Die Stationstafeln stehen alle. Der Dorfrundgang muss allerdings noch ausgeschildert werden. Wenn Sie weitere Bilder und sonstige interessante Informationen für den Dorfrundgang haben, würden wir uns freuen wenn Sie das Material den unten angegebenen Kontakten zukommen lassen.


Der Heimatverein Häger hat im Jahr 2020 einen Dorfrundgang ausgeschildert. An 23 Stationen finden Sie jeweils eine Tafel mit Erläuterungen. Vielen Hägeraner*innen sei dafür gedankt, dass sie Materialien, besonders historische Fotos und Informationen, beigesteuert haben.

Auf jeder dieser Tafel finden Sie einen QR Code, den Sie mit Ihrem Smartphone einscannen können. Dann werden Ihnen ausführlichere Erläuterungen auf dem Smartphone angezeigt. Auf jeder Tafel finden Sie Hinweise, wie der Rundgang weiter geht.

Start und Ziel des Rundganges ist die - noch zu erstellende - Sitzecke am Weg neben der Hägermone. Gehen Sie von hier aus weiter Richtung Westen zum Parkplatz am Leinenbrink.

Auf dem Rundgang wird sowohl auf historische als auch auf aktuelle Punkte aufmerksam gemacht. Folgen Sie einfach der Ausschilderung.

 

Anmerkung: Den Text des Startschildes finden Sie in voller Länge im nächsten Absatz .


Kurze Zusammenfassung über die Entstehung von Häger.

1240: Villa Häger
Der Wertheraner Heimatforscher Reinhard Hoppe hat in seinen Aufzeichnungen vermerkt, dass er in den Tiefen
der Archive eine erste urkundliche Erwähnung unter der Bezeichnung “Villa Häger” aus dem Jahr 1240 gefunden habe. Die ältesten Gründungen von Hofstellen, die jetzt zu Häger gehören, sind aber noch viel weiter zurück zu datieren.


Die Grafen von Ravensberg
Nach dieser Jahreszahl liegen uns über mehrere hundert Jahre keine oder nur dürftige Informationen vor. Ein
konkretes Bild liefern dann aber die Aufzeichnungen des Grafen von Ravensberg in seinem Urbar von 1556.
Da wird jede damals vorhandene Stätte erwähnt und beschrieben, mit den Angaben, wie groß die Stätte war,
wer die Abgaben zu erhalten hatte und auch andeutungsweise, wer dort gelebt hat. Von der Bezeichnung
Häger keine Spur.


St. Mauritz
Das Gebiet des heutigen Hägers wurde damals bewohnt von Zugehörigen der Bauerschaft Rotenhagen und
denen, die ihre Steuer an das Kloster St. Mauritz, damals noch vor den Toren Münsters, zu entrichten hatten.

 

Diese gehörten zu den Lenzinghausenern. Deshalb wurde der Bereich ihrer Höfe auch der Mauretanische
oder Nienhagen genannt. In den Kirchenbüchern der folgenden Jahrhunderte dann wird ein ganz anderer
Name verwendet, wenn der Ort bezeichnet werden sollte, den wir jetzt als Häger kennen: Die Bleeke. Selbst wenn jemand, der am Beginn der heutigen Rotenhagener Straße wohnte, sein Kind taufen ließ, wurde der Wohnort noch mit Bleeke bezeichnet, ebenso wie sämtliche Stätten an der Schröttinghausener Straße.


Die Bleeke

Der Begriff “Häger” war aber nicht abhanden gekommen. In historischen Karten findet man z.B. die Bezeichnung “Bauerschaft Häger oder Bleeke”. Und in den letzten hundert Jahren setzte sich dann immer mehr, wahrscheinlich weil das auch die amtliche Version war, der Name Häger durch, während am Sprachgebrauch und in Bezug auf die Schule der Begriff “Bleeke” immer weiter verwendet wurde. Häger war zuletzt eine Gemeinde im Amt Werther mit einem eigenen Gemeinderat und Bürgermeister. Schließlich änderte sich das dann bei der Gebietsreform Anfang der siebziger Jahre. Seitdem ist Häger ein Ortsteil der Stadt Werther.


Die historische Entwicklung Hägers

Viele Dörfer haben sich um die alte Kirche herum entwickelt (z.B. Borghorst), oder sie stellen eine Ansammlung von Bauernhöfen dar (z.B. Suttorf). Hägers historische Entwicklung verlief anders. Zwischen den aufgereihten Hufen der alten Höfe ließen sich Gewerbetreibende nieder, die schließlich den Kern des Dorfes ausmachten: Da gab es auf der Bleeke zwei Tischlereien, beiderseits der Volksschule Bleeke (Vollmer und Nolte), es gab drei Bäcker und Lebensmittelgeschäfte (Wefing, Maßmann, Pilgrim), den Schneidermeister Steinmann, die Schmiede Wilke, die Post und den Kohlenhandel sowie den Gasthof Weinhorst, es gab den Schuster und in der Mühle konnte man direkt Mehl und Futter kaufen. Der Hausschlachter und der Trichinenbeschauer waren ebenso ansässig. Später gab es bei Wefing sogar eine Tankstelle, den Friseur Grafahrend, das Fleischereifachgeschäft Kuhnke, das Busunternehmen Kreft und den Fuhrunternehmer Wiedemann. Die Sparkassenfiliale kam erst als fahrbare Zweigstelle, dann als kleines Büro in der „Siedlung“, bevor sie wieder aufgelöst wurde.

Ein gravierender Schub in der Siedlungsgeschichte Hägers wurde durch die Auflösung des ehemaligen Hofes Sahrhage bewirkt, nachdem das Hofgebäude 1887 abgebrannt ist und die Familie nach Amerika auswanderte: Bis dahin gab es ja nur landwirtschaftliche Höfe und Handwerksbetriebe auf der "Bleeke". Mit Auflösung des Hofes Sahrhage wurde auf deren Grund eine Kleinbauernstelle (Imrecke) geschaffen und entlang der "Ziegenstraße" mehrere Kleinsiedlerhäuser - also mit bis zu 2 Morgen Landzulage zur Selbstversorgung- errichtet.

Ein weiterer Ansiedlungsschub ergab sich 1910 durch die Aufteilung des "Blasen-Hofes" an der Neuenkirchener Straße. An der landläufig genannten "Vogelstraße" sind dann insgesamt sechs neue Nebenerwerbsstellen mit entsprechender Landzulage entstanden.


Häger Rundschau 1972

Im Archiv des Heimatvereins wurde eine mit Schreibmaschine geschriebene Veröffentlichung des ehemaligen Bürgermeisters Farys gefunden. In der Häger Rundschau 1972  wird nach längerer Pause ein kurzer Überblick über die Entwicklung der Gemeinde gegeben.


Der Verlauf des Dorfrundganges


Ihr Weg zur 1. Info-Tafel

Sie stehen vor der Info-Tafel am Startpunkt und gehen Richtung Westen weiter auf dem Weg in die Siedlung zum Parkplatz Leinenbrink. Am linken Rand des Parkplatzes finden Sie die erste Info-Tafel.