Station 20 Gasthof Weinhorst


Der Gasthof Weinhorst gehört zu den ganz alten Besitzungen in Häger. Schon im Urbar der Grafschaft Ravensberg von 1556 kann man lesen:

„154. Johann Kluesmann vor seine person Meinem Gendigen Hern eigen, aber wief und kindere gehoren Hermann von Amelunxen zu. Sitzet in der Clusen. Hait von Meinem Gnedigen Hern nichts, gibt auch nichts.“

 

Noch bis ein Weinhorst einheiratete hießen die Eigentümer der Besitzung Klusmann. Die Wahrscheinlichkeit, dass bereits seit vor 1556 hier die Cluse war, ist nahe an Sicherheit. Fraglich ist, ob die Besitzung zum Nienhagen oder zum Rodenhagen gehört haben mag.

 

Bei Weinhorst gab es seit 1883 auch die örtliche Postfiliale, die von Wilhelm Weinhorst zigjahre unterhalten wurde. Und man konnte Kohlen kaufen oder sich liefern lassen. Außerdem gabs vor dem Gasthof die große Waage, die für so einen Ort auch sehr wichtig war.

 

Der Zuschnitt der Gaststätte war ganz anders. Jeden Sonntag war hier richtig was los. Das ganze Dorf traf sich hier zum Frühschoppen und wenn besondere Ereignisse im Fernsehen kamen, traf sich das Dorf auch in die Gaststube.

 

1830   Ein Haus steht auf dem Land, das etwas 10 Morgen ausmacht

1852   Zwei Kotten gehörten zum Anwesen

 


Fittkenverein

 

Gegenüber dem Gasthof Weinhorst im rechten Haus wohnte Malermeister Willi Landwehr, der hinterm Haus in mehreren Volieren viele Ziervögel gehalten hat, die man da auch kaufen konnte. Willi Landwehr war Vorsitzender der örtlichen Abteilung des Sondervereins des Hamburger Huhnes (Geflügelverein Häger, oder auch “Fittkenverein). Das Foto vor dem Gasthof Weinhorst stammt aus dem Jahre 1928. Willi Landwehr war gleichzeitig auch Trichinenbeschauer. Schließlich schlachteten sehr viele Familien noch selbst, denn fast alle hatten noch das eine oder andere Schwein.